Trauma

"Yoga ist auf diese Weise (d.h. im Bezug auf die Yamas und Niyamas / auf die Verhaltensregeln gegenüber sich und gegenüber dem Außen) eine Praxis des Erinnerns, des Erwachens zu dem wahren Geist und zur wahren Natur unseres eigenen Seins."

Yoga ist ein Zurückkehren zu sich selbst!

...zum Höheren Selbst.


1. Niyama (Verhalten gegenüber sich selbst): Saucha - Reinheit, Klarheit
Beispielhaft möchte ich das erste Niyama-Gebot anführen und erläutern. Wenn ich mich immer von äußeren Einflüssen befreie - und dies auch zu meiner Gewohnheit werden lasse! - egal, ob das Essen und Trinken sind, Gespräche, die ich entweder nicht mehr führe oder nach denen ich mich wieder genügend erhole, um nicht gereizt, sondern ausgeglichen durch die Welt zu schreiten, dann kann ich rein werden; "rein" im Sinne von bei meinem inneren Wesenskern ankommen!





Trauma-Yoga

Hier geht es weniger um ein Ziel, als um den Weg; nämlich um den Weg zu mehr Verbindung, um einen Prozess, in dessen Verlauf du lernst, dich dir selbst zu öffnen! 

Um einen schützenden Rahmen aufzubauen und um ganz ohne Druck feststellen zu können, ob wir beide harmonieren für solch eine "intime Arbeit", schenke ich dir die erste Stunde!

Scheue dich nicht, mich zu kontaktieren!


"Yoga sollte nicht geübt werden, um den Körper zu kontrollieren. Im Gegenteil. es sollte dem Körper Freiheit geben – alle Freiheit, die er braucht." 

Vanda Scaravelli


Unser vegetatives Nervensystem  &  Yoga

Bei aktivem Nervensystem ist der Mensch hellwach, fokussiert und in einer angenehmen inneren Spannung.


Ist dieser Zustand jedoch chronisch, d.h. der Betroffene kennt den Zustand der Entspannung nicht mehr, dann ist er innerlich nervös und angespannt, gleichzeitig aber auch müde und erschöpft. 


Die Übungen aus dem Hatha-Yoga wirken über die Arbeit mit der Muskulatur auf unser Nervensystem und den Hormonhaushalt und flexibilisieren so die Regelprozesse in uns. Stress und Yoga sind also gegenläufige Einflüsse für jene Prozesse unserer Physiologie. Im Yoga arbeiten wir mit Körperhaltungen, die Muskelgruppen aktivieren, die wir benötigen, um einer bedrohlichen Situation mit unseren k´Kampf-, Flucht oder Schutzreflexen zu begegnen. Bei Aktivität dominiert der Sympathikus, während der Parasympathikus bei Entspannung die größere Rolle spielt. Ist der Stress längeranhaltend, schadet die Übersteuerung des

Sympathikus zum Einen der Gesundheit, zum Anderen verengt er die Sicht auf die Wirklichkeit. D.h. er verengt die Wahrnehmung. Bei dauerhafter Anspannung kann die Muskulatur verhärten und die Atmung abflachen.


Mithilfe von Asanas ist der Praktizierende imstande genau jene Kampf-, Flucht- oder Schutzreflexe, die der Mensch im Stress etabliert, durch die achtsame Muskelarbeit abzuschwächen oder gar vollständig zu lösen.
 
Aufgrunddessen, dass Yoga auf unser vegetatives Nervensystem Einfluss nimmt, können damit auch Traumata, also nicht vollständig ausgeführte Stressreaktionen unseres Körpers, die zum entsprechenden Zeitpunkt aus den unterschiedlichsten Gründen "zu viel" waren und somit noch im System "stecken", "schleichend" ausgeführt werden.

Traumasensibles Yoga


Jeden in seiner Individualität achtend, möchte ich keine allzu verallgemeinernde Schlüsse ziehen, lediglich eine Sichtweise (von vielen) präsentieren!


Unser Nervensystem - ich wage, zu behaupten. „es“ steuert uns. Ich wage sogar, hier in diesem Zusammenhang auch Freud mit ins Boot zu ziehen: War etwa das Nervensystem das „es“, welches er als eine Instanz, neben dem „Ich“ und dem „Über-Ich“, meinte? Ist unser Handeln also so lange unbewusst, wie es in autonomen Netzwerken seinen Ursprung findet?


Sind wir gar hauptsächlich Produkt, unmittelbare Realität, die aus den (Kurzschluss-)Reaktionen unseres „zwischengestellten“ Nervensystems resultiert? Und zwar des „autonomen“? Was bedeutet, wir hätten nicht allzu viel Einfluss darauf - aber gut, da kommt das Bewusstsein ins Spiel - und dies hier zu diskutieren, würde den Rahmen dieses Textes sprengen. Zurück: Kommt mit dem autonomen Nervensystem das „Fremdgesteuertsein“? Gilt es dann, die Steuerung zurück zu holen? Bedeutet das, sich seiner Wahrnehmung zu entziehen? Ihr nicht die ganze Oberhand zu überlassen, sondern genau hier aufzuwachen, eine Grenze zwischen sich under der eigenen Wahrnehmung zu ziehen, ihr - und nicht sich selbst - zu misstrauen ?! Oder geht es vielmehr darum, seine Wahrnehmung zu beobachten? Von ihr wegzurücken? Nicht mehr eins mit ihr zu sein? Rational zu bedenken, was wahr sein könnte und was nicht. Und dennoch so viel davon zu glauben, um nicht die Orientierung - und die eigene Individualität - zu verlieren… Ich behaupte, das Nervensystem von Traumatisierten sei für den Betroffenen selbst weniger zugänglich als für Einen, der sein Nervensystem schon immer regulieren kann. Es ist ihm ein Stück entrückt. Also geht es darum, diese Strecke der Entfernung zwischen sich und seinem "Es" zu überwinden. 


Das Nervensystem von traumatisierten Menschen ist nicht so robust, nicht so ausgeglichen; der Sympathikus ist aktiver, "reaktionsfreudiger" als der Parasympathikus; das lässt nur eine geringe Chance auf „Selbstschau“; darauf, sich selbst zu spüren, sich selbst zu vertrauen; und auch darauf, sich auf sich zu fokussieren. Die Amygdala, das Angstzentrum im menschlichen Hirn, ist ständig in Bereitschaft, dem Organismus „Angst“ zu signalisieren. So deutlich spürbar fällt es schwer, dem nicht zu glauben, dies nicht als "real" anzusehen.


Antwortet dann doch mal der Parasympathikus auf irgendwelche Reize, geht es allen Betroffenen darum, handlungsfähig zu bleiben, weder zu erstarren, noch in die Ohnmacht zu fallen. Denn in beiden fällen schwindet die Lebenskraft...


Diesen Teufelskreis von Ohnmacht, Überwältigung, Handlungsunfähigkeit, erneut gefühlte Ohnmacht usw. zu verlassen, mag es hilfreich sein, die physiologischen Prozesse im Körper zu beobachten. Jedoch fällt Traumatisierten der Kontakt zum eigenen Körper mehr als schwer. Da gibt es Ekel, Selbsthass und andere Emotionen zu überwinden.


Meine Art, auf Trauma zu schauen, ist das daraus entstandene Empfinden zu verstehen; um es dann zu relativieren. Die Wahrnehmung halte ich nach wie vor, ehrend, hoch. Doch um aus Festgefahrenem herauszutreten, sollte der Blick gehoben und darüberhinaus gerichtet werden - können. Genau: Es geht ums „Können“. Es geht darum, das Prinzipielle, das Absolute, das Entweder-Oder fallen zu lassen. Es geht darum, sich von "duckender Selbstgeißelung", vor allem durch erlernte Glaubenssätze mit der Anfangsparole "Ich kann nicht", zu befreien. 


Nach der Beobachtung kommt das Annehmen, die Bereitschaft, zu verstehen. Was folgt, ist dann, im nächsten Schritt, das Verknüpfen, von Körper und Geist, von Bewegung und Denken, von Handlung und Intention; doch zuerst brauchst du deine „Macht“ zurück: aus der Ohnmacht heraustreten, sich selbst vertrauen, sich auf den eigenen Körper verlassen können... die Macht ist dein Denken!


Yoga ist eine Stütze; sie hilft beim Spüren.

Yoga hilft beim Verknüpfen, beim Verbinden.

Yoga regt die Kommunikation zwischen Körper und Geist - und auch intrazellulär - an.

Yoga stimuliert die Nervenzellen.

Yoga bewirkt einen Bau von Autobahnen im innenkörperlichen Geflecht von Landstraßen und Wegen (analog zu Nervenbahnen).

Yoga legt deinen Fokus vom Kopf mehr in den Körper; von deiner Angst mehr auf deine Möglichkeiten.


Ich unterstütze dich bei deinem Prozess.

Ich zeige dir einen Weg zu mehr Selbstermächtigung.


Doch wir werden nicht über konkrete Erlebnisse, über Vergangenes (das macht dich ohnmächtig, denn es ist geschehen) reden; unser Augenmerk liegt ganz und gar im Jetzt, auf deinen Möglichkeiten!

TSY - Traumasensibles Yoga ist als Begleitung zu einer konventionellen Gesprächstherapie zu verstehen!

14.02.2021


Vorteile von Yoga

Langsame, mühelose Bewegungen fördern Integration.
Wir integrieren Bewegungen/Bewegungsabfolgen, wenn wir die Bewegung selbst von der dazugehörenden Intention entkoppeln.

Im Yoga machen wir genau das: die Bewegung ihretwillen.



"...unser Nervensystem

ist dafür gemacht, um von dem Nervensystem anderer erfasst zu werden, sodass wir andere erleben oder wahrnehmen können, als stecken wir ebenso in ihrer Haut wie in unserer eigenen."

- Daniel Stern


# E M P A T H I E F Ä H I G K E I T
"Eine Art direkten Gefühlszugangs zu der anderen Person ist potentiell offen... nehmen an ihrer Erfahrung und sie an unserer teil."

{Bindungsorientiertes Yoga & Meditation zur Traumabewältigung, Deirdre Fay}

... Meiner Meinung nach sollte die Thematik des Traumas einer so emotional überwältigenden Gesellschaft zugänglicher gemacht werden. Wir sollten uns gegenseitig besser halten können, Psychologen vermögen meinetwegen eine tiefe Aufklärung auf verbal-theoretischer Ebene. In "meiner Welt" sind wir aber dafür da, dass der Andere sich selbst fühlen lernt. Ganz nach dem Motto "halten und gehalten werden!". Ja, gut, dass ist ein Wunschdenken und es liegt in nicht sicherer Zukunft. Aber das bedeutet für mich "Offenheit". Mit meinem Trauma-sensiblen Yoga möchte ich genau das erzielen! Den Menschen einen Rahmen geben, um sich gegenseitig zu halten. Es geht um das Interesse, um die Aufmerksamkeit des Anderen, um das wechselseitige Teilhaben am Gegenüber.

Meines Erachtens nach kann Yoga genau dies schaffen. Yoga befreit uns unserer Weltlichkeit und öffnet uns für das, was ist - nicht für das, was unser Geist zu begreifen glaubt. 'Haltgeben: dem Anderen zuschauen, wie er sich selber wahrnimmt.

Gut möglich, dass das eine noch etwas rückschrittliche, also eine sehr kindliche Auffassung von "Halt" ist. Doch das ist meine.

Übung: man "neutralisiert" den Bindungsstil, indem  man die Aspekte gleich stark macht; Tendenzen werden abgeschwächt.

Die Bewegungen der frühen Entwicklungdes Kindes                    werden genutzt, um Bedürfnis von Bindung zu aktivieren.


Bewegung der Hände

Namasté
Hände nach vorne, Katzenbuckel

Handinnenflächen drehen nach oben

Finger zur Handfläche hin einrollen
Hand zur Brust

Hände strecken zur Seite
Arme sinken ausgestreckt






Bedeutung für den Bindungsstil

nachgeben; mit dem sein, was ist / ich bin okay mit dem, was ist
nach etwas ausstrecken / ich traue mich, etwas zu wollen (mich nach Liebe zu sehnen)
greifen / ich nehme mir, was ich möchte (ich stehe für mich ein)

heranziehen / ich setze mich, mein Bedürfnis durch
wegschieben / ich kann mich abgrenzen und zum Ausdruck bringen, was ich nicht möchte
loslassen / ich bin nicht abhängig von der Beziehung zu einer einzelnen Person; ich kann von der Bedeutung vom Zuspruch einer bestimmten Person absehen.


"Ohne die Erfahrung, darauf eine sichere Antwort zu erhalten, hört ein Kind auf, die Hand auszustrecken, deaktiviert sein Bindungssystem und geht mit der Zeit in Phasen der Distanzierung über - aus Protest oder aus Verzweiflung."


"Beim Yoga geht es darum, dem Moment zu begegnen, bei dem zu sein, was da ist, neugierig zu sein, was sich entfaltet, ohne einen Plan."

21.11.2021


Menschen mit Traumaerfahrung weisen sehr oft eine hohe Spiritualität auf.
Denn diese Menschen flüchten sich aus ihrem Körper in Vorstellungen von etwas Höherem (Nicole Witthoefft). Doch die Fachfrau betont auch ganz klar die Wichtigkeit der Verwurzelung in sich selbst!!
Das ist der Grund, weshalb im Yoga mehr Menschen mit Trauma aufzufinden sind also es der Durchschnitt vermuten lässt.

Ich möchte mit meinem Unterricht, solchen und auch allen anderen Menschen, Halt und Sinn geben, wie ich selbst die beiden Werte im Yoga fand.

"Es sind wenige, die mit ihren eigenen Augen sehen und mit ihrem eigenen Herzen fühlen." 

- Albert Einstein


#WAHRNEHMUNG

Ich nehme wahr, ich halte für wahr, ich gebe der Wirklichkeit (m)eine Wahrheit.


Wie funktioniert die Wahrnehmung? Ich erläutere ein paar, vielleicht die wichtigsten Funktionsweisen. Doch ist mein Anliegen vielmehr ein emotional-mentales, als ein rein wissenschaftliches Begründen. Der Geist orientiert sich maßgeblich an Fakten; unsere Wahrnehmung basiert auf dem Denken, und also ist unsere Wahrnehmung von den "geglaubten" Fakten abhängig.


Die Wahrnehmung ist etwas zutiefst Subjektives, im Großen und Ganzen könnte man da jede Orientierung verlieren, wenn dem Verstand, der so gerne glauben würde, er sieht und hört, Hürden - in Form von In-Frage-Stellen, Abstand-Schaffen, Überdenken, uvm. - gestellt werden. Wohin kommt man da? Kann man denn der Wahrnehmung, die ja davon abhängt, was der Geist denkt und glaubt, noch Glauben schenken? Doch angenommen, wir tun das nicht - an was bitte sollen wir uns orientieren? Denn eines will ich ganz klar sagen: "Die Wahrnehmung ist die Grundlage für unsere Orientierung in dieser Welt."


Meine "Vorträge", die keinesfalls an Frontalunterricht erinnern und einseitige Monologe werden sollen, sondern dich aktiv mit einbinden möchten, sind in erster Linie Dialoge. Jeder darf etwas dazu beitragen, jedem gehört das Wort (nicht gleichzeitig zwar, aber jeder kommt zu Wort!) - wenn es um Wahrnehmung geht, muss auch immer um ein Miteinander gehen.

Die Wahrnehmung ist ein bisschen wie ein Puzzlestück, welches allein nicht viel verrät über das gesamte Bild!


In der Vergangenheit gäb es eine Vortragsreihe:
Am ersten Samstag, an dem ich erst einmal Grundsätzliches sagen werde, könnte es unter Umständen (je nachdem, wie das Publikum sich zusammensetzt) philosophisch werden. wir reden, rätseln, repetieren, experimentieren und vor allem stellen wir Fragen - das a und o in der Philosophie (phil-sophia - das Wissen liebend) !


Der zweite Samstag wird sich um Yoga, vor dem Hintergrund der Wahrnehmung, und dessen Einfluss drehen. Du bist also eingeladen, "wahrnehmerisch" mit mir zu praktizieren, deine Wahrnehmung zu schärfen. Dies sind keine Ansprüche meinerseits an dich - lediglich eine Einladung zur Gelegenheit! Es wird ein sanftes Yogaprogramm geben, an dem jeder teilnehmen kann. bequeme Kleidung und eine Matte / eine Decke / ein weicher Untergrund genügen, sodass sich jeder in die Praxis und meine theoretische Begleitung fallen lassen kann!


Den dritten Samstag im Februar widme ich dem Thema Trauma. Das heißt dem Zusammenspiel von Trauma und Wahrnehmung. Wie verändert ein Trauma die Wahrnehmung? Was für einen Stellenwert bekommt die Wahrnehmung im Leben eines traumatisierten Menschen? Welche Beziehung hat dieser Traumatisierte zu seiner Wahrnehmung und also zu seiner Umwelt? Und natürlich wird es hier auch praktische Aspekte geben. 


Den letzten Samstagabend der „Vortragsreihe“ wird es um Meditation gehen. wir werden meditieren. nicht ununterbrochen, nicht eine Stunde lang. Stattdessen werden wir ein, zwei oder vielleicht sogar drei kürzere Meditationseinheiten haben. Hierzu leite ich verschiedene Meditationsweisen an, um dich aus verschiedenen Perspektiven auf deinen Geist blicken zu lassen. Mein Ziel ist es, dir hiermit darzulegen, wie unsere Wahrnehmung, wie unser Geist, wie unser Denken funktioniert; Wie unsere Aufmerksamkeit mit reinspielt; ich möchte dich sensibel dafür machen, von wie vielen Aspekten deine - und auch meine - Wahrnehmung abhängig ist!

Vier Samstage, vier Stunden, vier Perspektiven, aus der wir die Wahrnehmung beobachten werden! Ich freue mich über jeden Teilnehmer!!

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.





Bewusstwerdung = Eroberung deines autonomen Nervensystems durch dein Bewusstsein

*hol' dir deine Wahrnehmung durch (u.a.) Bewegung zurück!





"Yoga weicht Grenzen auf.", sagt Nicole Witthoefft und betont damit die labile Verfassung Traumatisierter nach einer Yogastunde, die beachtet werden möchte !

Körperarbeit = Traumaarbeit


weil unser Körper ein Gedächtnis hat, ist die Arbeit damit so wichtig: Unbewusstes wird wieder bewusst. Alles, was du einmal erlebst, speichert sich in deiner Muskulatur, in deinen Faszien, deinem Gewebe. "Abgespaltenes", nicht Erwünschtes, nicht zu-erinnern-Gewolltes wird nicht integriert. Nicht integriert zu sein, bedeutet für ein Gewebe, nicht richtig versorgt zu werden. Dies wiederum bedeutet ein Verlust an Funktionalität. Körperarbeit ist drum immens wichtig! Körperarbeit kann "totes" Gewebe durch allmähliche Integration wieder "erwecken". Ein gesteigertes Körpergefühl kann im gehaltenen Rahmen, mit Übung und mit der Zeit, eine gesteigerte Resilienz bedeuten. Sie hilft dir, tiefer zu blicken, mehr Emotionen zu halten, mehr zu erinnern und somit "ganzer" zu werden.

"Komm' in deinen Körper!"

Achtsamkeit ist wichtig, um trotz der "Fluktuationen der Psyche" (der Gedanken- und Gefühlsbewegungen) im jetzigen Moment zu verweilen und jede der vielschichtigen Wahrnehmungsebenen des. einen Moments zu erkennen, ohne aus der Erinnerung Bekanntes zu projizieren.

Yoga begleitet und unterstützt die Integrationsarbeit bei "Traumheilung".
heißt, die körperorientierte Arbeit mit mir ersetzt nicht die psychotherapeutische Arbeit, sondern ergänzt sie lediglich, um den physisch-physiologischen Aspekt - so, als würden wir gemeinsam die Schritte der (Gesprächs-)Psychotherapie vollenden.

Das Wort der "Menschlichkeit" sagt auf einer tiefer liegenden Ebene aus, dass wir aus einer Natürlichkeit heraus ein Bedürfnis danach verspüren, zu lieben und geliebt zu werden.

Menschen mit gestörtem Bindungsverhalten, haben dieses Bedürfnis von sich abgeschnitten. "Menschlich" ist ein Bedürfnis nach Sicherheit. Doch für solche Menschen mit traumatischem Erleben bedeutet etwas Anderes Sicherheit: nämlich genau diese uns allen gemeinsame Sehnsucht, zu lieben und geliebt zu werden, abzuschalten.

"Schwierige Geschichte verhärten unser Sein und machen es schwer, uns daran zu erinnern, wer wir waren, bevor starke Schutzmechanismen unsere Psyche einhüllten und unser somatisches Bewusstsein veränderten."

Deidre Fay

Überwältigendes Erleben führt zur Veränderung in unserem Nervensystem, was ganz bedeutend die Selbstwahrnehmung verändert, wodurch wir unseren sicheren Halt, nämlich den Bezug zu uns selber, verlieren.
Überwältigende Ereignisse verändern unser autonomes Nervensystem gravierend, wodurch wir in unserer Lebensfähigkeit nachhaltig beschränkt werden.

"Ich kann nur das vermitteln, was ich in mir trage."

Persönliche Erfahrung ist authentischer als alles erlernte Wissen.

n e u : TSY - Traumasensibles Yoga

mittwochs, 18:30-20:00 Uhr

Während meiner Beschäftigung mit dem Thema "Trauma", kam mir oft zu Gehör, der Körper speichere, erinnere und wisse alles. Meine Erfahrungen bestätigen dies. 

Drum möchte ich, v.a. mittels des bewussten Atems, die Aufmerksamkeit betroffener Menschen zunehmend nach innen lenken. Denn mit steigender Resilienz (durch bewusstes Atmen, durch Pranayama, durch die Fasziendehnung allgemein) kann der Mensch immer mehr "aushalten", sprich: seine Gefühle halten. Mittels zusätzlich bewusst ausgewählter Āsanas, versuchen wir gemeinsam den "typischen Haltungsmustern" von denjenigen Menschen, die ein gestörtes Bindungsverhalten an sich beobachten können, entgegenzuwirken. 

"Integration ist also ein achtsames Reagieren darauf, "was ist"."

Michael Brown - Die Kraft gelebter Gegenwart

Trauma bedarf also immer der Aufmerksamkeit, der Präsenz, der Achtsamkeit; niemals der Heilung. "Heilung" bedeutet in gewisser Maßen immer, etwas "wegmachen", etwas "korrigieren". 
Doch das Erleben kann man nicht retuschieren, ohne dabei etwas von der Qualität des gegenwärtigen Erlebens abzuziehen. 

Trauma darf sein. 
Mit dem Trauma sein. 
Nichts wegmachen wollen. 
Sondern damit sein können.

Das gibt Kraft zum Nicht-Handeln. 
Man muss keine Energie "abgeben".
Man kann Reaktionsmuster auflösen.

31.08.2021

Trauma und Tabu

Heute möchte ich über Trauma und Tabu schreiben. Ich habe ein YouTube-Video von Dami Charf entdeckt zu diesem Thema - und seither lässt mich dieses Tabu-Thema nicht mehr los; es arbeitet noch immer in mir.

Bei Traumatisierten gehe es scheinbar darum, die tabuisierten Themen trotzdem anzusprechen und die tabuisierten Dinge und Taten dennoch zu machen! Es geht darum, in die Grauzonen hineinzuspüren, das Fühlen endlich vollends zuzulassen. Schließlich geht es in der Traumaarbeit immer um Integration, um "Ganzwerdung".

Wie dem auch sei, erlernte Verhaltensregeln sind nicht universell. Selbst wenn diese Verhaltensregeln unter dem Druck des Überlebens entstanden sind. Als Kind durften wir uns vielleicht nicht erlauben, gegen ein Verbot zu widerstoßen, eine Regel nicht einzuhalten - oder einfach mal salopp gesagt - zu tun, was wir für richtig hielten. Wir waren abhängig - und wir dürfen uns diese Unselbstständigkeit auch mal zugestehen; wir waren Kinder. Vielmehr finde ich es unverantwortlich, dass wir schon so früh auf eigenen Beinen hätten stehen müssen, weil die Eltern ihrerseits ebenso viel Fürsorge gebraucht hätten. 

Ich gerate oft zu schnell in Verallgemeinerungen, die ich beim genaueren Hinsehen oft gar nicht so meine, deswegen sollte ich hier aufhören, meine Geschichte auf alle zu übertragen. Dies eben geschilderte Leben, war mein Erleben und auf dieses zugeschnitten. Es passt nicht für alle.

Und dennoch ist das "Tabu-Thema" ein Thema, das uns alle anzugehen scheint, denn wir, mit dem Ansatz, dass jeder ein Trauma in sich trägt, alle sind Menschen mit "Bindungsschwierigkeiten", wir alle lebten jahrelang in Abhängigkeit und ich glaube, jeder hat etwas erlebt, was er zu gegebenem Zeitpunkt nicht integrieren, sprich verkraften, konnte. Ein Tabu ist das, was nicht sein durfte, was man sich nicht erlaubte, zu sehen, geschweige denn auszusprechen. Ein Tabu ist insofern ein unausgesprochenes Abkommen, etwas zu Verheimlichen, dessen Existenz zu verleugnen. Demzufolge wird man in der Wahrnehmung bereits abhängig und folglich auch im Denken. Es wird quasi vorausgesetzt, dass man - um Teil der Gruppe zu sein - dieselben blinden Flecken entwickelt, dieselben Anteile von sich abspaltet.

https://www.youtube.com/watch?v=CYI9lIidd4I

09.08.2021

Bréné Brown







Scham trete immer dann auf, um der eigenen Verletzlichkeit nicht begegnen zu müssen. Scham stülpe sich über den Schmerz, den wir Verletzlichkeit nennen. Scham sei ein autogener Schutzmechanismus.

"Scham kommt immer dann, wenn wir unserer eigene Verletzlichkeit spüren."



Und genau das gelte es zu überwinden: mit dem eigenen Verhalten, den eigenen Gefühlen und Empfindungen in Kontakt zu kommen, schafft Bewusstheit und Klarheit.

Trauma und Atmung

Im Rahmen meiner Weiterbildung bin ich einem Buchvorschlag gefolgt, was auch zu meiner eigenen Beschäftigung mit dem umfassenden Themenbereich des Yoga passt. 

In diesem Zusammenhang möchte ich zwei Argumente von Wilfried Ehrmann, die ich seinem Buch "Kohärentes Atmen" entnommen habe, zitieren.

I. "Deshalb scheint ein ganz zentraler Zugang zur Gesundheitsvorsorge in der Stärkung des vagalen Tonus (Stärkung des ventralen Vagusnervs) zu liegen, also in der Kräftigung des Parasympathikus. Porges {renommierter Universitäts-Wissenschaftler an der Indiana University} hofft auch, dass auf diesem Wege solche Störungen nicht mehr durch Medikamente (Psychopharmaka) behandelt werden müssen, sondern über Methoden der Atem- und Körperentspannung."
Stephen Porges hat 1994 die Polyvagal-Theorie, die den Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Autonomen Nervensystems bei Wirbeltieren und der Entstehung sozialen Verhaltens beschreibt, erstmals vorgestellt. 

II. Dem Abschnitt "Traumatisierung und polyvagales System" konnte ich Folgendes entnehmen. Wir als Menschen sind in der Lage unser Angstorgan, die Amygdala, zu hemmen, wie generell das emotionale Zentrum im Gehirn (lymbisches System), durch die Beruhigung und Entspannung des Atems, was auch wiederum den dorsalen Vagusnerv stimulieren würde. Dies steigere auch die Aktivität eines bestimmten Botenstoffes, der Überreaktionen unterdrücken kann, Der Botenstoff Gamma-Amino-Buttersäure reduziere infolge der Hemmung der Amygdala Ängste und Angstreaktionen.
Daraus gehe hervor, dass das kohärente Atmen (langsames, gleichlanges Ein- und Ausatmen, ohne Atempause) eine hilfreiche Methode in der Traumaarbeit sein könne.


27.05.2021

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26.05.2021

Treffpunkt

bei mir /
bei dir /
Einzelstunden /in Gruppen bis zu vier Teilnehmern

Standort 

Marktplatz 5
94034 Passau